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Pflanzort: Hans Delihsen; Neukirchen Vluyn
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Kriegsmahnmal von Schwippert Text: Nicole Peters 1926 beauftragte der Verband der Kriegsversehrten den jungen Künstler Kurt Schwippert mit dem Entwurf eines Kriegerdenkmals. Schaffner Vosdellen meinte dazu in der Bahn zu Pfarrer Röttgen: „Wir bekommen ein wunderbar schönes Denkmal.“ Schwipperts expressionistische Plastik ist ein Ausdruck von Trauer. Es zeigt drei sich umklammernde Gestalten. Schwippert meinte dazu selbst: „Man sieht kein Zeichen des Kampfes, keinen Adler, kein zerbrochenes Schwert, keinen brüllenden, sterbenden Löwen. Man sieht nicht einmal ein eisernes Kreuz....Aufwand an Kraft ist vermieden.“ Es wurde am 13.6.1926 auf dem Platz vor der Burg eingeweiht. 28.07.1937 wurde es als „entartete Kunst“ von den Nazis von seinem Standort entfernt. Eine Plastik, die die Sinnhaftigkeit der Soldatentode im 1. Weltkrieg hinterfragt steht halt im krassen Gegensatz zu den Eroberungsabsichten der Nazis. Das Kriegsmahnmal landete im Garten hinter dem ehemaligen Kreuzherrenkloster und diente eine Zeit lang zur Befestigung der Wäscheleine. Heinrich Gillessen, Künstler aus Brüggen, entdeckte es in der Nachkriegszeit „unter dem Gerümpel des Rathauses“ und startete 1949 eine Unterschriftenaktion zur Aufstellung des Ehrenmales auf seinem ursprünglichen Standort oder im Zentrum der Gemeinde in der Nähe der Kirche. Erst 9 Jahre später wurde das Werk wieder öffentlich aufgestellt, allerdings nicht im Zentrum der Gemeinde sonder auf dem neuen Friedhof an der Herrenlandstraße. Quelle: Otto Lehmann: Johann Heinrich Gillesen, Brüggen Landschaften im Rhythmus der Jahreszeiten Erwin Strick, Bernhard Röttgen, 1997, Selbstverlag