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Gegen Nazis – Gegen Verjährung Nicole Peters 1979 – letztes Märzwochenende. Die Blutbuche auf dem Rathausvorplatz wird Zeuge einer Gegendemonstration mit 200 jungen Menschen.: Sie hielten Transparente hoch mit den Aufschriften „GEGEN NAZIS GEGEN VERJÄHRUNG!“ „FASCHISMUS IST TERRORISMUS“ „Unterbindung jeglicher Nazi-Propaganda“ Schilder mit Totenzahlen aus den Konzentrationslagern waren an die Kirchenmauer gelehnt.  Veranstalter der friedlichen Kundgebung unter der Blutbuche mit Gesang zur Gitarre war der Willicher „Aktionskreis gegen den Neonazismus“. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen: Gewerkschaft Handel/Banken/Versicherung Mönchengladbach, Parzifisten aus Deutschland und den Niederlanden ebenso wie Mitglieder der Deutschen Komunistischen Partei, Liberale und Mitglieder der SPD-Niederkrüchten.  Bereits am 26.3.1979 sind Plakate in der Fußgängerzone zu sehen: Das Foto darauf zeigt Kinder mit erhobenen Händen, eine Frau mit heller Armbinde Soldaten mit Gewehr im Anschlag die Gruppe flankierend. Darüber  die Forderung: „Die Mordtaten des Nazi-Regimes dürfen nicht verjähren! Nein zur Verjährung! SDAJ Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend. Ein weiteres Plakat fordert: „Nazis raus aus unserer Stadt“ Die Polizei hatte vorab erhebliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen: die Burg war mit Stacheldraht umrundet, Sperrgitter waren aufgestellt, Polizisten sicherten mit Hunden. Plastikschilde und nasse Wolldecken lagen im Burghof bereit. Vor dem Feuerwehrgerätehaus standen Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Wasserwerfern, vergitterten Mannschaftswagen und „Demonstrantenschiebern“. Ein Hubschrauber stand bereit. Wie kommt es zu einer solchen Gegendemonstration im beschaulichen Brüggen? Was war da los? Das Vorhaben der NPD ihren Landesparteitag in der Kulturhalle in Willich abzuhalten war selbst gerichtlich nicht durchsetzbar. Der damalige Betreiber der Burggaststätte,  hatte anscheinend nichts gegen 300 Gäste mit NPD- Parteibuch. Hier konnte der Landesparteitag der NPD stattfinden. Der Parteitag brachte einen neuen Landesparteivorsitzenden hervor: einen aktiven Bundeswehr-Major. Die Haltung der Brüggener Bürger zu dieser politischen Kundgebung und Gegenkundgebung? Die Grenzlandnachrichten beschreiben sie folgendermaßen: „Brüggener Bürger in der Fußgängerzone, denen eifrig Flugblätter in die Hand gedrückt wurden, ließ das Spektakel weitgehend kalt. Sie verfolgten aus großem Abstand die eine wie die andere Kundgebung. QUELLEN: Goldenes Buch der Gemeinde Brüggen mit Fotos von Stoucken, Viersen, Gemeindearchiv Grenzland Nachrichten vom 22.3.1979 und 5.4.1979
Pflanzort: Burgpark; Brüggen
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