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Pflanzort: Marlies Flören; Asperden
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Text: Josef Kerren Am 1.April 1942 begann meine Lehrzeit für den Beruf "Elektriker" beim Elektromeister Heinrich Rarey in Brüggen. Der Entlassungstag aus der Volksschule Brüggen, nach Beendigung der 8.  Klasse, war der 21. März 1942. Ich war also noch keine 14 Jahre alt (Geb.Dat.  25.041928).  Eine Lehrstelle zu finden war damals nicht schwierig. Vater hatte mit Meister Rarey, den er gut kannte, alles abgesprochen Ein "Mitspracherecht" gab es - zumindest bei uns - nicht. Wäre es allerdings nach Opa Josef gegangen, hätte ich die Familientradition - nämlich Schlosser -fortsetzen müssen. Wieso Vater sich diesmal bei Opa hatte durchsetzen können, weiß ich nicht mehr; es muß schwer gewesen sein. Für Mutter war wichtig, daß ich in Brüggen bleiben konnte. Für sie war es eine schlimme Vorstellung, ihren Sohn zur "Stadt" (Vierren. Dülken) zu schicken, obwohl die Fahrgelegenheit mit dem Bus oder der Bahn sehr gut war. Schwierig war es, im 3. Kriegsjahr für mich ein Fahrrad zu bekommen, denn das war dringend erforderlich. Aber solche Dinge schaffte Vater im.mer- Mein Lehrmeister war zu der Zeit der einzige Elektriker in der ganzen Umgebung. Er brauchte nicht Soldat zu werden, er war u.k. (unabkömmlich). Wahrscheinlich spielten hierbei die vielen Dachziegeleien eine entscheidende Rolle. Auf Grund der ständigen Bombenangriffe auf die Städte konnten diese garnicht genug Dachziegel produzieren. Der erste Arbeitstag war also der 1. April. Mein Mitlehrling Willi war schon im 3.  Lehrjahr, kannte sich aus und hatte, zumindest bei mir, schon viel zu sagen. So  wurde ich am Vormittag zum Meister in den Laden geschickt mit dem Auftrag,  eine Büchse "Gleichstrom" zu holen. Da bekam ich zum ersten Mal das zu  hören, was zum Standardsatz während meiner Lehrzeit wurde, und zwar:"Du  dummer Hund".  Woher sollte ein Schüler der Volksschule Brüggen am I. Lehrtag wissen, was  Gleichstrom ist?? Physik- oder Chemieunterricht stand nicht auf dem  Stundenplan.  Meine Hauptbeschäftigung bestand in den ersten Tagen darin, krumme Nägel gerade zu klopfen - eine ganze Kiste voll. Die Arbeitsszeit war von 7.30 bis ca. 18.00 Uhr, mit einer Stunde Mittagspause. Samstags wurde bis ca. 16/17.00 Uhr gearbeitet.