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Von dem Mann, dem seine Wirtschaft auch als Bankschaler und Bürgermeisterbüro diente Karl-Heinz Mesterom hatte als Bürgermeister und Banker schon eine ehr ungewöhnliche Wirkungsstätte – eine Gastwirtschaft. Ein Zimmer im Rathaus am Kreuzherrenplatz stand ihm  als Ehrenamtlicher Bürgermeister von1989- 1999 auch zu. Das hatte jedoch ehr symbolische Bedeutung. Amtsgespräche pflegte er in der Wirtschaft zu führen. Die Praxis hatte er in seiner 25 jährigen Arbeit im Gemeinderat erprobt. Da war man den Menschen näher. Feste Geschäftszeiten gab es für Ihn in seinen Anfängen als Banker 1948 auch nicht. Im gleichen Haus gleich neben dem Schankraum baute er nach dem Krieg die Raiffeisenkasse auf. Eigentlich war er ja darauf eingestellt, die Gastwirtschaft seines Vaters weiter zu führen, aber er konnte einem Stammkunden nicht die Bitte abschlagen, doch den Nebenraum an die Spar- und Darlehenskasse zu verpachten und letztlich auch Rendant dieser Kasse zu werden. Bereits bei kleinen Kreditgeschäften erkundigte er sich über die Lebensverhältnisse des Kreditnehmers und ließ er sich von der Frage leiten: „Würdest Du dem Menschen aus Deinem privaten Portemonnaie Geld leihen?“ Damit hätten sich die Ausfälle in seiner Bankerkarriere in geringen Grenzen gehalten. Natürlich wurde die Gastwirtschaft weiter betrieben –hauptsächlich von seiner Frau. Geschäftszeiten der Bank waren gleich zusetzten mit den Öffnungszeiten der Wirtschaft. Spät abends brachten die Geschäftsleute die Umschläge mit der Tageskasse und tranken dann noch ein Bierchen an der Theke. Oder hoben beim Tagesausklang an der Theke noch gleich ein bischen Bares vom Konto ab: „Een Bier, enne Korn on dreehongert Mark van et Konto.“ Der Politiker Mesterom wurde 1999 zum Ehrenbürgermeister ernannt – wieder ehr in einer inoffiziellen Amtsstube: „In meiner letzten Sitzung bzw in der ersten konstituierenden Sitzung des neuen Rates habe ich meine Amtsgeschäfte übergeben. Dann bin ich schon mal vorgegangen ins Cafe Tönisen. Die Ratsmitglieder wollten nach der Sitzung auch dorthin kommen. In meiner Abwesenheit hat der neue Rat meine Ehrenbürgermeisterschaft beschlossen. Der neue Bürgermeister hat mir diese dann im Cafe überbracht.“ Quelle: Gespräch mit Hr. Mesterom Friedr.-Wilh. Stroucken: „Een Bier, enne Korn on dreehongert Mark van et Konto.“ In Brüggen Gestern und heute
Pflanzort: Kathrin Reinders; Pfalzdorf
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