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Die Pfarrkirche Sankt Nikolaus. Text: Josef Kerren Hier bin ich getauft, zur Kommunion gegangen und gefirmt worden. Messdiener wurde ich als ich 10 Jahre alt war. Ich habe es gern gemacht, auch wenn man werktags oft schon um 6.30 oder 7.15 Uhr zur Kirche musste, ob Sommer oder Winter. Aber die Kerren- Kinder mussten ohnehin täglich zur Messe. Am Sonntag oft zwei mal, um 7 und um 10 Uhr und dazu noch zur Andacht um 14.30 Uhr. In den Jahren vor dem Krieg und auch während der ersten Kriegsjahre gab es sonntags oft ein feierliches Hochamt, mit Chor, Orchester, drei Priestern (Dreiherrenamt) und bis zu 20 Messdienern. Wir trugen dann sogar rote Pantöffelchen. Das machte uns viel Freude, auch wenn wir dafür zwei mal in der Woche üben mussten. In der Kirche war alles „geregelt", dafür sorgte schon der Kirchenschweitzer. Rechts waren die Bänke für die Männer links für die Frauen. Viele Bankplätze an der Frauenseite waren vermietet. Die Plätze mit den Namensschildern durften nur von den Mietern in der jeweiligen Messe benutzt werden. Mutter ist einmal als sie schwanger war von einem Sitzplatz vertrieben worden. Im Chorgestühl, den sogenannten Lettern, waren die Plätze für die Lehrer, damit sie die Kinder beaufsichtigen konnten. Streng! Von wegen schwätzen oder unruhig sein! Die anderen Sitzplätze in den Lettern waren für viel Geld an die Wohlhabenden der Gemeinde vermietet und wurden in der Regel sogar weiter vererbt. Im Alter von 14-16, als ich aus der Schule entlassen und in der Lehre war, gab es oft Probleme zu Hause, weil ich am Sonntag gerne zum Fußball gegangen oder mit dem Zug nach Waldviel zum Kino gefahren wäre. Mutter hatte sicher nichts dagegen und eine aus ihrer Sicht einfache Erklärung „Du sollst jeden Sonntag eine heilige Messe mit Andacht hören, und die Andacht ist um 14.30 Uhr'. Dann hatte ich oft ein Problem - zu lösen! Das Verhältnis zu Pastor Röttgen, Kaplan Kuhles und Pater Weber aus Steyl problemlos, wenn auch von Respekt geprägt.
Pflanzort: Theo Meeks Kasteelpark; Born
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