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Annemarie und Rudolf Engels "Vor ca 30 Jahren besuchte Bundestagspräsidentin Fr. Dr. Renger die Gemeinde Brüggen. Sie hat sich auch ins goldenen Buch eingetragen. Wir hatten früher eine große Schubkarre umgebaut zu einer Ausstellungsvitrine. Teppichbrücken waren darin dekoriert. Ich war in der Werkstatt. Meine Frau war hier und machte den Laden. Eine Frau guckte sich die Auslage draußen an. Die Ladentür ging auf. Zwei Sicherheitsleute mit schwarzen Helmen, vermummt, Maschienengewehr im Anschlag kamen herein. Eine Stimme von hinten: „Sie brauchen keine Angst zu haben!“ Die Stimme kam näher. „Darf ich vorstellen: Sie haben die Bundestagspräsidentin Fr. Dr. Annemarie Renger vor sich.“ Frau Renger erschien, fragte höflich, ob sie die kleine Brücke, die sie draußen gesehen habe, erwerben dürfte. Ich hatte gerade in der Werkstatt eine Beizprobe auf einem Kantholz gemacht. An einem Werkstück, welches im Laden stand, sollte etwas ausgebessert werden. In meinem Schreinerkittel ging ich mit der Probe Richtung Laden, um die Farbigkeit zu überprüfen. Ich machte die Hintertüre zum Laden auf. Einer der Vermummten raste die Treppe hoch, den anderen hatte ich direkt vor mir stehen. Maschienengewehr im Anschlag. Mein Kantholz war für sie erst mal eine Waffe und ich wurde nicht nach vorne in den Laden gelassen. Derweil ging vorne das Verkaufsgeschäft weiter. Frau Renger entschied sich für eine Teppichbrücke, reine Schurwolle, deutsches Fabrikat. Frau Renger bezahlte natürlich nicht selber. Ein Begleiter bezahlte. Die Gruppe wollte den Laden über die Hintertüre verlassen – doch dies ging nicht, da der Weg nicht zurück auf die Straße führte. Somit musste ich hinten abschließen, damit dort kein Fremder reinkommen konnte um der Gruppe in den Rücken zu fallen. Damals war Deutschland im Belagerungszustand. Histyrie in Deutschland."
Pflanzort: Otto Lehmann; Brüggen
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